ZUSAMMENGEFASST
- Plan B: frühzeitig über (Job) Alternativen nachdenken
- in den USA wechseln bereits heute die Menschen 6-8 Mal ihre Tätigkeit
- einen Plan B entwickeln heißt agieren anstatt reagieren
Der Plan B im Berufsleben
„Ein Plan B gehört zur modernen Arbeitswelt wie das ewige Eis zu Grönland“, sagen die einen. „Plan B – schon wieder so ein Modebegriff“, empören sich die anderen. Die neue und die alte Arbeitswelt prallen aufeinander.
Ein fehlender Plan B kann sogar fatale Folgen haben wie viele Bahnreisende an einem heißen Juliwochenende erlebten, als in mehreren ICE-Zügen die Klimaanlagen ausfielen und einige Reisende Hitzeschocks erlitten. „Der Bahn fehlt ein Plan B“ war in den darauffolgenden Tagen in verschiedenen Zeitungen zu lesen.
Einen Plan B als ArbeitnehmerIn zu haben bedeutet, frühzeitig über (Job) Alternativen nachzudenken für die Zeit, in der das, was ich jetzt tue nicht mehr geht.
In einer durch schnelle Wechsel und stetigen Wandel bestimmte Arbeitswelt, ist ein Arbeitsvertrag kein Bündnis fürs Leben mehr. Eine Kündigung kann Jede und Jeden treffen, unabhängig von Qualifikation, Alter, Position, und Dauer der Firmenzugehörigkeit. Eine Ausgangslage, die einen Plan B zu einem selbstverständlichen Bestandteil einer jeden Karriereplanung machen sollte.
Doch die Realität zeigt sich oftmals ganz anders.
Trotz schlechter Auftragslage, befristeter Arbeitsverträge, drohender Kündigungen oder auch der Angst vor einer Kündigung handeln viele Menschen nach der sogenannten Vogel Strauss Strategie anstatt sich über Alternativen und Perspektiven Gedanken zu machen. Manche Menschen wirken wie erstarrt.
Es herrscht eine große Verunsicherung angesichts des sich wandelnden Arbeitsmarktes. Die Mehrzahl der Menschen hat noch nicht akzeptieren können, dass der sichere Arbeitsplatz vom Aussterben bedroht ist. Die dadurch entzogene Sicherheit ist ein großer Stressfaktor. Dies wird von vielen befristet Beschäftigten bestätigt.
Bemerkenswert ist jedoch, dass diese Jobunsicherheit die befristet Beschäftigten weniger stresst als die unbefristet Beschäftigten. Die Angst den ‘sicheren‘ Arbeitsplatz zu verlieren verbunden mit der fehlenden Erfahrung einen neuen Arbeitsplatz finden zu können stellt demnach ein noch höheres Stressrisiko da.
In den USA wechseln bereits heute die Menschen 6-8 Mal ihre Tätigkeit. Fluch oder Segen? Die Antwort hängt von der Perspektive des Betrachters, der Betrachterin ab. Der eine sieht das Muss der permanenten Flexibilität, die andere sieht die Möglichkeit den einmal eingeschlagenen Weg wieder verlassen zu können.
Dazu kommt die Möglichkeit beziehungsweise die Notwendigkeit – wieder eine Frage der Perspektive – des lebenslangen Lernens, um sich in dieser schnell verändernden Arbeitswelt zurechtfinden zu können.
Ein Plan B kann helfen schwierige Situationen zu meistern. Die Entwicklung eines Plan B verschafft Klarheit bezüglich des persönlichen Kompetenzprofils, der eigenen Leistungsmotivation und der aktuellen (Arbeits-)Marktsituation. Diese Klarheit beruhigt die Nerven, mildert die Angst vor der Veränderung und nimmt dem gefürchteten Tag X ( Kündigung) den Schrecken. Wer rechtzeitig über Alternativen nachdenkt, Alarmzeichen nicht ignoriert, das sinkende Schiff bereits vor der Kündigung verlässt und offen für Neues ist, hat im Bewerbungsmarathon bessere Chancen – besonders wenn in einer Region ein großer Stellenabbau zu befürchten ist und dann viele Suchende auf in den Markt streben.
Wie sieht Ihr beruflicher Plan B aus?
Haben Sie schon einmal über berufliche Alternativen, über mögliche Perspektiven nachgedacht oder sich vielleicht sogar vorgestellt wie es wäre etwas ganz anderes zu machen?
Die konkrete, ausführliche und ehrliche Beantwortung der folgenden Fragen liefert Ihnen wertvolles Material für die Entwicklung Ihres persönlichen Plan B.
- Was kann ich?
Stichwort: Kompetenzprofil - Was will ich?
Stichwort: Leistungsmotivation - Wer braucht „es“?
Stichwort: (Arbeits-)Marktanalyse
Einen Plan B entwickeln heißt agieren anstatt reagieren. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und viel Spaß beim Planen.
