ZUSAMMENGEFASST

- der verdeckte Stellenmarkt gewinnt zunehmend an Bedeutung

- der Arbeitsmarkt erfordert flexible Bewerbungsstrategien

- widerstehen Sie der Versuchung, Ihre Unterlagen ungefragt zu verschicken

Der verdeckte Stellenmarkt

Zeitgemäße Bewerbungsstrategien

Die Suche nach offenen Stellen ist das Herzstück einer zeitgemäßen Bewerbungsstrategie. Nur noch ein Teil der vakanten Positionen (30 bis 50%) werden als Stellenangebote ausgeschrieben. Die anderen werden betriebsintern oder über Beziehungen oder durch PersonalvermittlerInnen besetzt – von der Öffentlichkeit unbemerkt sozusagen.

Der verdeckte Stellenmarkt

Dieser sogenannte ‘verdeckte Stellenmarkt‘ gewinnt zunehmend an Bedeutung. Wer sich bei der Suche nach offenen Stellen nicht ausschließlich auf die in Zeitungen oder im Internet ausgeschriebenen Stellen stützt sondern auch im Verborgenen fischt, erhöht die Erfolgschancen deutlich. Die erfahrenen Headhunter Hans Reiner Vogel und Daniel Detambel gehen davon aus, dass bei Fachkräften – zum Beispiel SachbearbeiterInnen – das Verhältnis von offenem und verdeckten Stellenmarkt 50 – 50 ist, also jede zweite Position nicht veröffentlicht wird (vgl. Hans Reiner Vogel und Daniel Detambel, JobSearch, Gabal, 2008).

Angebot und Nachfrage

Der im Laufe der vergangenen Jahre sich stetig verändernde Arbeitsmarkt erfordert flexible Bewerbungsstrategien. Eine Ingenieurin in Süddeutschland hat gute Chancen, im veröffentlichen Stellenmarkt eine attraktives Angebot zu finden. Für andere Berufsgruppen – oder in anderen Regionen – reicht diese Suchstrategie nicht aus. Der Wettbewerb der Wirtschaft wird bestimmt durch das Spiel zwischen Angebot und Nachfrage. Dieses Prinzip gilt auch für den Arbeitsmarkt. Dennoch macht es Sinn, den Markt der Stellenangebote zu verfolgen und interessante Stellenangebote zu sammeln. Sie können als Informationsquelle für Initiativbewerbungen nützlich sein.

Recherchierte Initiativbewerbungen

Initiativbewerbungen sind eine häufig angewendete Bewerbungsstrategie. Doch wird das darin liegende Erfolgspotential oftmals nicht genutzt, weil wichtige Aspekte in der Anwendung nicht beachtet werden. Nach wie vor verschicken BewerberInnen Standardunterlagen unaufgefordert an Unternehmen – nach dem Motto: Quantität statt Qualität.
Diese Variante mag zwar kurzfristig das eigene Gewissen beruhigen, erfolgreich ist sie jedoch in der Regel nicht. Viele Unternehmen reagieren auf die Flutwelle der unspezifischen Standardbewerbungen nicht. Initiativbewerbungen dürfen keine Serienbriefe sein. Initiativbewerbungen sind individuelle Angebote für ausgesuchte Unternehmen auf dem Hintergrund Ihres spezifischen beruflichen Profils. Was haben Sie einem potentiellen Arbeitgeber aufgrund Ihrer Berufsausbild, Ihrer Berufspraxis, Ihrer Lebenserfahrung und Ihrer Persönlichkeit anzubieten?
Ausgehend von der Frage: Wo möchte ich arbeiten? beginnen Sie mit der Recherche passender Unternehmen.

Fundquellen können sein:

  • Internetseiten von Städten, Kammern, Verbänden...
  • Branchenbücher
  • Oeckel, ‚Taschebuch des Öffentlichen Lebens’, 2012, Festland Verlag GmbH
  • Unternehmensdaten von bereits veröffentlichen Stellen
  • Bereits bekannte Unternehmen
  • Kontaktbörse /Netzwerk: (Ex-) KollegInnen, SchulfreundInnen,
    StudienkollegInnen, ehemalige KundInnen, Verwandte, Bekannte...
    Teilen Sie Ihrem Umfeld mit, dass Sie einen neuen Arbeitsplatz suchen,
    sagen Sie so konkret wie möglich was Sie suchen.

Ziel dieser Rechercherunde ist die Erstellung einer Liste interessanter Unternehmen und die Ermittlung der notwendigen Kontaktdaten. Diese Liste sollte ständig erweitert und aktualisiert werden.
Die nächste Rechercherunde (per Telefon oder per eMail) dient der konkreten Informationsermittlung:

  • Sind Initiativbewerbungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt im gesuchten
    Bereich willkommen?
  • Wenn ja, wann?
  • Wenn nein, wann ist eine erneute Anfrage sinnvoll?
  • AnsprechpartnerIn? (konkreter Name, Titel?)

Initiative und Durchhaltevermögen

Die Suche auf dem verdeckten Stellenmarkt erfordert Initiative und Durchhaltevermögen. Geben Sie nach drei ergebnislosen Telefonaten nicht auf. Arbeiten Sie kontinuierlich Ihre Liste möglicher Arbeitgeber ab. Widerstehen Sie der Versuchung, Ihre Unterlagen ungefragt zu verschicken. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie nicht gelesen werden ist zu groß. Verschicken Sie Ihre Unterlagen, erst wenn Sie dazu aufgefordert werden.

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